PRINZIPIEN DER HOMÖOPATHIE

Die Homöopathie basiert auf einer ganzheitlichen und individuellen Betrachtung des Menschen, die körperliche, geistige und emotionale Aspekte gleichermassen einbezieht. Im Mittelpunkt steht die gezielte und massgeschneiderte Behandlung jedes einzelnen Patienten. Durch spezifische Herstellungsverfahren und die Nutzung minimaler Dosen werden die natürlichen Selbstheilungskräfte angeregt. Verborgene Krankheitsmuster, sogenannte Miasmen, helfen dabei, chronische Krankheiten zu verstehen und nachhaltig zu behandeln. Diese Prinzipien zusammen bilden das Fundament der homöopathischen Heilkunst und leiten den therapeutischen Ansatz, um das Wohlbefinden der Patienten zu fördern.

  • DIE POTENZIERUNG/DYNAMISIERUNG
  • EINZELMITTEL UND KLEINSTMÖGLICHE DOSIS
  • DIE MIASMEN

Das Ähnlichkeitsgesetz

Das Ähnlichkeits-gesetz

Similia similibus curentur – Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt

Hahnemann hat das Ähnlichkeitsgesetz bei seinem Chinarinden-Selbstversuch entdeckt. In der Zeit, als Malaria-Epidemien auch hier in Europa vorkamen, übersetzt Hahnemann ein schriftliches Werk von Dr. Cullen, worin die magenstärkende Eigenschaft der Chinarinde durch die darin enthaltenen Bitterstoffe beschrieben wurden. Hahnemann war jedoch nicht der gleichen Ansicht, da er viel bittere Stoffe kannte, die keine Wirkung zeigten bei Malaria und startete daher seinen Selbstversuch. Durch die Einnahme der Chinarinde als rohe Droge (getrocknete Rinde), entwickelte er ähnliche Symptome wie bei einer Malaria-Erkrankung. Sobald er die Einnahme stoppte, verschwanden die Symptome wieder. Dieser Selbstversuch und weitere Experimente im nahen Familien- und Bekanntenkreis dauerten mehr als ein halbes Jahrzehnt, bis er im Jahr 1796 das Ähnlichkeitsgesetz, «similia similibus, curentur» definierte und somit den Samen der klassischen Homöopathie säte. Similia similibus curentur (latein) bedeutet, Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt. Was bedeutet, dass eine Arznei, die wir in der Homöopathie als Heilmittel einsetzen, das ähnliche Krankheits- oder Symptombild bei einem gesunden Menschen hervorrufen muss, welches zu heilen bedarf. Dieses Phänomen nennt man in der Homöopathie Arzneimittelprüfung (HAMP) und ist ein wesentlicher Bestandteil in der Homöopathie. Im Laufe der Zeit prüfte Hahnemann noch weitere Substanzen mittels dieses Verfahrens (homöopathische Arzneimittelprüfung) und erweiterte somit sein Repertoire an heilenden Arzneimitteln. Er suchte sich solche Substanzen, welche die Kraft haben, gesunde Menschen krankzumachen und somit für ihn auch in der Lage sein müssten, kranke Menschen genesen zu lassen.

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Ähnlichkeitsgesetz

Die Lebenskraft

Eine unsichtbare Kraft, die Gesundheit und Harmonie in unserem Körper bewahrt.

Als Lebenskraft bezeichnen wir in der Homöopathie, eine dynamische, immaterielle Kraft, die in unserem Organismus für Ordnung und Funktionalität sorgt. Solange sich diese Lebenskraft in Harmonie befindet, sind wir gesund und äussere sowie emotionelle Auslöser können sie nicht schwächen. Wird sie jedoch geschwächt, durch starke äussere Einflüsse, oder durch emotionelle Faktoren wie Stress, Ärger, Konflikte, Verluste von geliebten Menschen oder materieller Natur, Kummer, etc., dann öffnet sich ein Türchen für Krankheit. Durch diese Umstände haben Erreger (Bakterien und Viren), oder andere Krankheiten eine Chance, unseren Organismus zu schwächen, was sich durch Symptome auf körperlicher oder geistiger Ebene zeigt. Das Immunsystem kann als Pendant der Schulmedizin betrachtet werden, wobei das Verständnis unter dem Begriff „Lebenskraft“ allgemein etwas umfänglicher ist. Hahnemann bezeichnete es als die „belebende, innewohnende Kraft“ eines Menschen.

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Lebenskraft

Individualität

Die Einzigartigkeit jedes Menschen im Mittelpunkt der Behandlung

Dieses ist das wichtigste Prinzip der Homöopathie. Die Individualität wird in der Homöopathie grossgeschrieben, da jeder Mensch und somit jeder Krankheitszustand einzigartig sind. Es ist die Aufgabe von einem Homöopathen, die Individualität von einem Menschen und die Individualität von seiner Krankheit zu erkennen, zu verstehen und mit dem passenden homöopathischen Mittel in Verbindung zu bringen. In der Homöopathie gibt es keine Routine Arzneimittel für Migräne, Durchfall oder für Rückenbeschwerden, sondern jeder Fall wird individuell betrachtet. Symptome wie besser an der frischen Luft oder schlechter durch Bewegung stellen solche individuellen Symptome dar. Für die erfolgreiche homöopathische Behandlung ist die Selbstwahrnehmung und somit das Beobachten der eigenen Symptome durch den Patienten selbst, ein wesentlicher Bestandteil.

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Individualität

Die Arzneimittelprüfung

Die Arzneimittel-prüfung

Die Grundlage homöopathischen Wissens durch systematische Prüfungen

Wie bereits oben erwähnt, stellt die Arzneimittelprüfung eine zentrale Säule in der Homöopathie dar. Anhand dieser wächst, durch stetig neu hinzukommende Prüfungen, das Erfahrungswissen in der Homöopathie. Die Prüfungen werden an gesunden Probanden durchgeführt. In der Homöopathie werden keine Tierversuche durchgeführt, da uns diese keine verwertbaren Symptome liefern können. In einer ersten Phase werden gesunde Probanden eine ausgewählte Arznei über einen festgelegten Zeitraum einnehmen. Die nach der Einnahme entstandenen Symptome werden genaustens dokumentiert. Nach Ablauf der Prüfungsphase, meist über mehrere Monate, werden in einer zweiten Phase alle Prüfungsprotokolle gesammelt und sortiert. Dadurch, dass mehrere Prüfer an solch einer Arzneimittelprüfung teilnehmen (zwischen 20 und 100 Prüfer), entsteht ein umfangreiches Arzneimittelbild. In einer dritten Phase wird die neu geprüfte Arznei in der Klinik angewandt und Erfahrungen gesammelt, bei welchen Beschwerden die Arznei mit den individuell entstandenen Symptomen angewandt werden kann. Für diese Prüfungen werden verschiedene Ursubstanzen (Stoff, woraus die Arznei besteht) hergestellt. Zum Beispiel aus Mineralien (Sulfur, Aurum metallicum, Ferrum metallicum, etc.), Pflanzen (Plantago major, Uritca urens, Nux vomica, Lilium tigrinum, etc.), Tieren und Tierprodukten (Apis, Moshus, Vespa, Lachesis muta, etc.) oder Krankheitsprodukten (Nosoden: Psorinum, Tuberculinum, Medorrhinum, etc.) und gesunden Sekreten (Sarkoden: Lac, caninum, Lac felinum, Thyreodinum, etc.).

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Arzneimittelprüfung

Die Potenzierung / Dynamisierung

Das spezielle Herstellungsverfahren, das die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel entfaltet

Die Potenzierung stellt das Herstellungsverfahren der homöopathischen Arzneimittel dar. Dieses spezielle und nur in der Homöopathie angewandte Verfahren wurde von Hahnemann entdeckt, benannt und 1798 zum ersten Mal angewandt. Früher wurden die homöopathischen Arzneimittel alle von Hand hergestellt. Die Herstellung war sehr zeitaufwendig und verlangte höchste Konzentration. In der heutigen Zeit werden diese Schritte maschinell durchgeführt, wodurch die homöopathischen Arzneimittel kostengünstig produziert werden. Das Prinzip der Potenzierung ist, dass die Ursubstanz durch Verreibung (Trituration: nicht Alkohol lösliche Stoffe) oder Verschüttelung (Dilution: Alkohol lösliche Stoffe) verdünnt werden. Die Arzneien werden so weit verdünnt, bis keine materielle Substanz (Moleküle) mehr vorhanden ist und dafür die dynamische Wirkung umso stärker entfaltet wird. Da die primäre Verstimmung der Lebenskraft auf immaterieller Ebene stattgefunden hat, muss die Arznei auch diese Ebene mit abdecken, um eine sanfte und dauerhafte Heilung zu erreichen. In den Graden der Potenz werden zwischen D, C und Q Potenzen unterschieden, welche sich in den Herstellungsschritten grundsätzlich unterscheiden und somit einen unterschiedlichen Verdünnungsgrad haben.

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Labor Hahnemann Spital

Einzelmittel
und kleinst mögliche Dosis

Die klassische Homöopathie setzt auf Einzelmittel statt auf gemischte Globuli

In der klassischen Homöopathie werden nur Einzelmittel eingesetzt. Das bedeutet, Komplexmittel (z.B. Similasan Husten Globuli), die verschiedene Arzneimittel (z.B. ein Komplex aus Belladonna, Apis und Arnica) beinhalten, werden nicht verwendet. Dieses Prinzip setzt voraus, dass der Homöopath den aktuellen Zustand vom Patienten in seiner Individualität versteht, wodurch er DAS PASSENDE Mittel verschreiben kann. Damit die Selbstheilungskräfte stimuliert werden können, muss ein darauf ähnlicher Impuls folgen. Ein ähnliches Phänomen wird bei dem Noise-Cancelling-Kopfhörer zunutze gemacht und nennt sich konstruktive oder destruktive Interferenz. Um die Umgebungsgeräusche zu minimieren, werden ähnliche Schallwellen ins Ohr eingespielt, wodurch sich die Wellen gegenseitig aufheben und Stille entsteht. Die kleinstmögliche Dosis, ist von Fall zu Fall verschieden und hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. der Akuität (Schweregrad) der Beschwerden. In jedem Fall wird jedoch versucht, eine Überstimulation durch zu viel Arzneimittelgaben, zu verhindern, damit die Lebenskraft jeden Impuls optimal verarbeiten kann. Diese Einschätzung bedarf viel Erfahrung und ein fundiertes Studium der Homöopathie.

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Einzelmittel und kleinstmögliche Dosis

Die Miasmen

Das spezielle Herstellungsverfahren, das die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel entfaltet

Miasma bedeutet aus dem Griechischen «Befleckung oder Schandfleck» und wird in der Homöopathie als eigener Begriff verwendet. Miasmen bilde eine Parallele zu den Genen in der Schulmedizin. Hahnemann beobachtete in seiner Praxistätigkeit, dass er bei bestimmten Patienten Krankheiten durch das passende homöopathische Arzneimittel heilen konnte, und bei anderen Patienten beobachtete er wiederkehrend Rückfälle oder eine bestehende Latenz einer Krankheit. Hahnemann beschrieb die Miasmen in seinem Werk «die chronischen Krankheiten» von 1828, nach jahrelangem Analysieren seiner Fälle und deren Krankheiten in der Familie. Im heutigen Praxisalltag sind die Miasmen unverzichtbar, besonders bei seit Geburt bestehenden Krankheiten, Krankheitsanfälligkeiten (z.B. wiederkehrende Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen) und komplexen Krankengeschichten. Die Miasmen sind oftmals für den Homöopathen wie eine Landkarte, anhand er erkennen kann, welches Miasma gerade aktiv ist und welche Miasmen latent sind. Die Miasmen können auch durch wiederholtes Unterdrücken (z.B. durch Antibiotika, Cortison, Antihistamin, Operationen, Zink, etc.) aktiviert, oder verändert werden, was wir als «Reise einer Krankheit» verstehen (genaue Erläuterung siehe Buchempfehlungen).

Praxis Eberhard | Klassische Homöopathie | Bücher Hahnemann