HERING’SCHE HEILUNGSREGELN
HERING’SCHE HEILUNGS-REGELN
Definition Heilung in der Homöopathie
Hahnemann hat im Organon (Leitfaden der Homöopathie) folgende Worte verwendet:
Zitat Organon, 6. Auflage, § 2:
«Das höchste Ideal der Heilung ist die nach deutlichen Gründen schnelle, sanfte und dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder die Hebung und Vernichtung der ganzen Krankheit, auf dem kürzesten, zuverlässigsten und unnachteiligsten Weg.»
Ein deutscher Arzt (Dr. Constantin Hering) beobachtete drei verschieden Möglichkeiten, wie eine Heilung ablaufen kann.
Die Beobachtung «von innen nach aussen» ist die häufigste und wichtigste.
Von innen nach aussen
Nach der Einnahme einer Arznei sollte es dem Patienten zuerst innerlich besser gehen, bevor der Körper dem nachkommt (zum Beispiel bei einem chronischen Fall von Depression sollte sich zuerst die Depression verbessern, bevor der Hautausschlag verschwindet). Oder in einem akuten Fall von einer Magendarmgrippe, mit Unruhe, Erschöpfung und Durchfällen, sollte sich der Patient unmittelbar nach der Einnahme zuerst innerlich ruhiger fühlen, erst danach werden sich die Magen-Darm-Symptome verbessern. Bei Patienten mit verschiedenen Leiden kann sich unter Verbesserung eines lebenswichtigeren Organs (z.B. Herzbeschwerden, Asthma, Psyche, etc.), eine Intensivierung der weniger wichtigen Ebenen zeigen (z.B. Haut, Durchfall, Nasenbluten, etc.). Die Krankheit verlagert sich von den lebenswichtigeren zu den weniger wichtigen Organen. Durch diese Verlagerung der Krankheit kann der Körper auch gewisse Reaktionen auch als «Ventil» nutzen (z.B. vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Blutungen (vereinzelt), Menstruation, Haut, etc.), was der Hauptbeschwerde Linderung verschafft. Jeder Fall ist individuell und nicht bei allen Fällen findet eine solche Erstreaktion statt.
Von oben nach unten
Die Beschwerden können bei akuten, sowie bei chronischen Beschwerden von oben nach unten verlagern/verschwinden. In einem chronischen Fall wäre das, dass sich die Beschwerden an den Schultern zuerst verbessern, bevor sich die Kniebeschwerden lindern. In einem akuten Fall kann sich ein Ganzkörperhautausschlag zuerst am Oberkörper verbessern oder verschwinden und darauffolgend die oberen und unteren Extremitäten.
In umgekehrter Reihenfolge des zeitlichen Auftretens
Diese Beobachtung beschreibt den Verlauf bei Patienten mit mehreren Krankheiten. Zum Beispiel, ein 45-jähriger Mann litt in seiner Jugend an innerer Anspannung und Rückenbeschwerden, die bis heute anhalten. Seit dem 30. Lebensjahr leidet er zusätzlich an Schlafstörungen und Hämorrhoiden. Nach einer homöopathischen Arzneimittelgabe erwarten wir zuerst eine Verbesserung von seinem Selbstvertrauen (1. Beobachtung von innen nach aussen), danach eine Verbesserung der Schlafstörungen und der Hämorrhoide und zu Schluss die Linderung der Rückenbeschwerden.